Wunschliste

Restless-Legs-Syndrom

10 praktische Ansätze für mehr Ruhe in den Beinen

Eine Nervenerkrankung, die noch nicht genau erforscht ist, raubt vielen Menschen den Schlaf: das Restless-Legs-Syndrom. Unangenehme Missempfindungen, Kribbeln und Schmerzen in den Beinen führen zu einem unwiderstehlichen Drang, die Beine zu bewegen – und das immer dann, wenn man sich ausruhen oder schlafen möchte. Studien weisen darauf hin, dass Faktoren wie Eisenstoffwechsel, Dopaminaktivität und Lebensstil eine Rolle spielen können. Was könnte Ihre Beine endlich zur Ruhe bringen?
  • Medikamente nur gezielt und zeitlich begrenzt einsetzen

Bei Restless-Legs-Syndrom können niedrig dosierte Medikamente zeitweise helfen, den Bewegungsdrang zu lindern. Eine dauerhafte Einnahme sollte jedoch möglichst vermieden oder eng begleitet werden, da sich der Körper daran gewöhnen kann und die Beschwerden sich wieder verstärken können.

  • Regelmässige Bewegung in den Alltag integrieren

Bewegung ist beim RLS wichtig, sollte jedoch möglichst auf den Tagesverlauf verteilt werden. Ideal sind Spaziergänge oder leichtes Training am Vormittag oder Nachmittag, da intensive Aktivität am Abend die Beschwerden verstärken kann.

  • Ausgewogene Ernährung bewusst wählen

Eine Ernährung mit wenig Zucker, Weissmehl und stark verarbeiteten Lebensmitteln kann hilfreich sein. Stattdessen eignen sich Dinkel, Quinoa, Amaranth sowie viel Gemüse, um den Körper ausgewogen zu versorgen.

  • Eisenhaltige Lebensmittel gezielt einbauen

Eisen spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Dopamin im Körper. Gute Quellen sind Hülsenfrüchte, Tofu, Pistazien, grünes Gemüse sowie Vollkorn- und Scheingetreide wie Buchweizen oder Emmer. Vitamin C kann die Aufnahme von Eisen im Körper positiv beeinflusssen. Kombinieren Sie daher eisenreiche Mahlzeiten mit Lebensmitteln wie Paprika, Zitrusfrüchten, Brokkoli oder Sauerkraut.

  • Ausreichend trinken im Alltag

Eine gute Flüssigkeitszufuhr kann den Körper unterstützen. Empfehlenswert sind Wasser, ungesüsste Kräuter- oder Früchtetees, während koffeinhaltige oder alkoholische Getränke möglichst reduziert werden sollten.

  • Körpergewicht im Gleichgewicht halten

Ein ausgewogenes Körpergewicht ist Teil eines allgemeinen gesundheitsbewussten Lebensstils. Ein erhöhter Bauchumfang kann entzündungsfördernde Prozesse im Körper begünstigen. Eine langsame, nachhaltige Reduktion kann daher Teil eines ganzheitlichen Umgangs mit RLS sein.

  • Stress bewusst reduzieren

Stress kann die Wahrnehmung von Beschwerden verstärken. Feste Tagesstrukturen und ruhige Pausen helfen, den Körper zu stabilisieren und innere Unruhe zu reduzieren.

  • Entspannungsverfahren regelmässig anwenden

Techniken wie Yoga, Meditation, Qigong oder progressive Muskelentspannung können helfen, die Beine zu beruhigen und den Schlaf vorzubereiten.

  • Bürstenmassagen als Wohlfühlritual nutzen.

Sanfte Bürstenmassagen von den Füssen aufwärts werden häufig als angenehm empfunden. Sie können die Durchblutung fördern und die Wahrnehmung der Beschwerden positiv beeinflussen.

  • Abendroutine bewusst gestalten

Ein ruhiger Abend ohne Bildschirmzeit, kombiniert mit einem warmen Bad, Dehnübungen oder einer Massage, kann helfen, den Körper auf die Nacht vorzubereiten und RLS-Beschwerden zu reduzieren.

editorial.facts

  • RLS ist keine neue Krankheit. In medizinischen Berichten und Aufzeichnungen wird die Erkrankung seit Mitte des 17. Jahrhunderts unter verschiedenen Bezeichnungen beschrieben. Die Bezeichnung Restless-Legs-Syndrom (RLS) wird seit 1945 verwendet. Der Name stammt von dem schwedischen Neurologen Karl Axel Ekbom, nach dem das Syndrom auch Willis-Ekbom-Syndrom genannt wurde.
  • Die von der International Restless Legs Study Group (IRLSSG) entwickelte Schweregradskala (IRLS-Skala) dient der Einstufung des Schweregrades der RLS-Symptomatik. Der Patient beantwortet 10 Fragen. Die Antworten werden mit Punkten bewertet. Maximal können 40 Punkte erreicht werden, wobei 1-10 Punkte ein leichtes, 11-20 Punkte ein mittelschweres, 21-30 Punkte ein schweres und 31-40 Punkte ein sehr schweres RLS anzeigen.
  • Man schätzt, dass etwa 20 bis 30% der Betroffenen (das entspricht 3% der Bevölkerung) so starke Beschwerden haben, dass das RLS behandelt werden muss.