Gelenke sind bewegliche Verbindungen zwischen festen Knochen und ermöglichen dadurch alle Arten von Körperbewegungen, etwa beim Laufen, Springen oder Greifen. Sie nehmen starke Belastungen auf und wirken als Stossdämpfer, indem sie plötzliche, starke Kräfte abfedern und so die Knochen vor Schäden bewahren. Für diese dämpfende Funktion sind insbesondere die Gelenkflüssigkeit und der Gelenkknorpel wichtig.
Der grundsätzliche Aufbau ist bei den meisten Gelenken gleich: die Enden der Knochen sind von einer dünnen, glatt polierten Knorpelschicht überzogen, die eng an den Knochen anliegt und als elastisches Polster Druckbelastungen auffängt. Dieses Knorpelgewebe besteht aus Knorpelzellen und einer Knorpelmatrix, die wiederum Bausteine wie Glucosamin, Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure und Kollagen enthält. Fehlen davon genügend Anteile, leidet die Elastizität.
Das gesamte Gelenk ist von einer Kapsel aus Bindegewebe umschlossen. Je nach Gelenkform – zum Beispiel Kugelgelenk in der Hüfte oder Scharniergelenk im Ellenbogen – sind unterschiedlich grosse Bewegungsumfänge möglich.
Die Bewegungsmöglichkeiten eines Gelenks ergeben sich aus seiner Form und Konstruktion: einfache, einachsige Verbindungen erlauben nur Bewegungen in einer Ebene, während komplexere Gelenke wie die Hüfte Drehungen und Neigungen in mehreren Richtungen ermöglichen. Die Kraft zur Bewegung liefern die Skelettmuskeln, die zwischen den Knochen verlaufen und die Gelenke überspannen. Durch ihre Kontraktion oder Erschlaffung ziehen sie die Knochen zueinander und erzeugen Beuge- oder Streckbewegungen.
Die an den Muskeln ansetzenden Sehnen übertragen diese Zugkräfte auf die Knochen. Wo viele Sehnen über Gelenke verlaufen, sind sie oft in Sehnenscheiden eingebettet. Die innere Schicht dieser Sehnenscheiden ist mit einem Film aus Gelenkflüssigkeit überzogen, sodass die Sehnen bei ihrer Bewegung weniger Reibung verursachen.
Auf der Ebene der Gelenkflächen sorgen glatte Knorpelschichten dafür, dass die Knochenenden nicht direkt aneinanderreiben, härtere Stösse abgefedert werden und sich der Druck gleichmässiger verteilt. In Gelenken wie dem Knie oder dem Kiefer ergänzen zusätzliche Knorpelscheiben (Menisken) die Passform der Flächen. Zwischen den Gelenkflächen liegt ein Spalt, der mit Synovia gefüllt ist. Diese wirkt sowohl als Schmiermittel als auch als Nährstofflieferant für den Knorpel.
Das gesamte System ist von einer Gelenkkapsel umschlossen, deren äussere Schicht aus festem Bindegewebe besteht und deren innere, lockerere Schicht reich an Blutgefässen und Nerven ist. Die Zellen dieser Innenhaut bilden die Gelenkflüssigkeit. Die Kapsel begrenzt die Bewegungsrichtung, während Muskeln, Sehnen und Bänder das Gelenk zusätzlich stabilisieren und somit Bewegungen und Belastungen ermöglichen.
Unechte Gelenke sind Verbindungen zwischen Knochen, die kaum oder gar keine Beweglichkeit zulassen. Dabei sind die Knochenenden unmittelbar durch Binde- oder Knorpelgewebe miteinander verbunden, sodass typische Strukturen wie ein Gelenkspalt, Gelenkflüssigkeit und eine Gelenkkapsel fehlen. Solche festen Verbindungen finden sich etwa dort, wo die Rippen am Brustbein ansetzen oder das Becken mit dem Kreuzbein verbunden ist. Sie dienen dazu, die beteiligten Knochen stabil miteinander zu verknüpfen.
In der Medizin werden diese kontinuierlichen Verbindungen als Synarthrosen bezeichnet. Einige dieser Verbindungen spielen während des Wachstums eine besondere Rolle, da sie als Puffer bei der Knochenbildung dienen. Im Laufe der Kindheit verknöchern einige dieser Verbindungen, wie es beispielsweise bei den Schädelnähten der Fall ist. Umgangssprachlich werden sie auch als starre oder unechte Gelenke bezeichnet.
Nein, das sind nicht einfach verschiedene Bezeichnungen für dasselbe. Arthrose bezeichnet einen chronischen Verschleissprozess des Gelenkknorpels, also eine degenerative Erkrankung, die nicht primär entzündlich ist. Sie entsteht oft schleichend mit zunehmendem Alter und wird deshalb auch als Gelenkverschleiss bezeichnet.
Demgegenüber steht bei Arthritis eine Entzündung des Gelenks im Vordergrund. Zwar können beide Krankheitsbilder Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und belastende Beschwerden verursachen, doch diese Gemeinsamkeiten ändern nichts an ihren grundsätzlichen Unterschieden in Entstehung und Verlauf.
Auch die typischen Ursachen und Symptome helfen, die beiden voneinander zu unterscheiden: Arthritis tritt in Schüben oder andauernd mit Schmerzen, Schwellungen und Rötungen auf. Sie kann in jedem Lebensalter mehrere Gelenke betreffen und hat sehr verschiedene Auslöser, etwa bakterielle Infektionen, autoimmunologische Prozesse wie rheumatoide Arthritis oder Stoffwechselstörungen wie Gicht.
Beim Gelenkverschleiss steht dagegen der langsame Abbau des Knorpels durch langjährige Belastung im Mittelpunkt. Er zeigt sich vor allem durch Anlauf- und Belastungsschmerzen, morgendliche Steifheit und oft ein hör- oder fühlbares Knirschen, besonders an stark beanspruchten Gelenken wie Knie oder Hüfte. Auslöser können neben dem Alter auch Verletzungen, Fehlstellungen oder frühere Gelenkinfektionen sein. Da die Mechanismen unterschiedlich sind, variiert auch die medizinische Herangehensweise an Diagnose und Therapie.
Arthrose entsteht, wenn der Gelenkknorpel stärker belastet wird, als er es aushalten kann. Dadurch entstehen Beschädigungen an der Knorpeloberfläche, die nur langsam verheilen und mit der Zeit zum Verlust des Knorpels führen können. Ohne die schützende Knorpelschicht reiben die Knochen direkt aufeinander, was die Beweglichkeit einschränkt und die Schmerzen verstärkt.
Als Reaktion kann der Knochen an den Gelenkrändern zusätzliches Gewebe bilden, was zu sicht- und tastbaren Verformungen führt. Locker gewordene Knorpel- oder Knochenteile reizen die Gelenkinnenhaut und können Schwellungen, Rötungen und Ergüsse hervorrufen – ein Zustand, der als aktivierte Arthrose bezeichnet wird.
Verschiedene Faktoren können diesen Verschleiss auslösen oder beschleunigen. Langfristig erhöhte Belastungen durch berufliche Tätigkeiten, Übergewicht oder intensive Sportarten sowie dauerhafte Fehlbelastungen bei Fehlstellungen erhöhen das Risiko für Knorpelschäden. Auch Unfallfolgen wie Meniskusverletzungen oder Brüche sowie entzündliche Gelenkerkrankungen oder Infektionen können den Knorpel nachhaltig schädigen und eine Arthrose nach sich ziehen. Zudem spielen biologische Einflüsse wie Alter, Geschlecht und familiäre Veranlagung eine Rolle. Mangelnde Gelenkbewegung schwächt die Versorgung des Knorpels, wodurch seine Widerstandskraft gegen Verschleiss sinkt.
Ein ganzheitlicher Lebensstil mit Bewegung, ausgewogener Ernährung und kluger Schonung ist gut für Ihre Gelenke. Durch kleine, nachhaltige Veränderungen können Sie Ihre Mobilität und Ihr Wohlbefinden deutlich verbessern.


