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Volkskrankheiten

Lautlose Killer – und 30% sind betroffen

Viele sogenannte Volkskrankheiten bemerkt man nicht sofort. Die Symptome von Nierenerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes werden in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium erkennbar. Wie können Sie diesen tückischen Erkrankungen vorbeugen?

Was macht Volkskrankheiten zu leisen Killern?

Volkskrankheiten können Menschen jeden Alters und jeder Herkunft betreffen. Sie gelten als «leise Killer» – und nicht zufällig. Diese Erkrankungen verändern langsam den Körper, zermürben die Gefässsysteme und die Betroffenen spüren lange gar nichts vom fortschreitenden Krankheitsverlauf. Die Hälfte der Betroffenen weiss nichts von ihrer Krankheit, bis sie ihre Lebensqualität stark einschränkt. Das Tückische ist, dass diese Krankheiten zunächst keine Schmerzen verursachen und daher oft zu spät entdeckt werden. Diese Volkskrankheiten sind eng miteinander verbunden.

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  • Nieren sind die wichtigste Filteranlage unseres Körpers. Ist ihre Funktion vermindert, kommt es zu einer Reihe gesundheitlicher Probleme.
  • Von chronischen Nierenerkrankungen ist weltweit etwa 10% der Bevölkerung betroffen.
  • Ein Mensch kann bis zu 90% seiner Nierenfunktion verlieren, bis er erste Symptome bemerkt.

Warum werden chronische Nierenerkrankungen oft erst spät erkannt?

Bluthochdruck und Diabetes mellitus bergen Risiken für die Nieren und sind die häufigsten Ursachen für chronische Nierenerkrankungen. Die Funktion der kleinen Arterien in den Ausscheidungsorganen wird beeinträchtigt und dies stört die Filterfunktion der Nierenkörperchen, wo Harn produziert wird.

Erkrankungen der Niere sind stille Killer. Man merkt meist lange nichts. "Und wenn Beschwerden da sind, ist es oft schon zu spät", so Erich Pohanka, Nephrologe und Primar im AKh Linz. Daher ist es wichtig, rote Blutkörperchen und Eiweiss im Urin regelmässig kontrollieren zu lassen und insbesondere auf Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe oder Blut im Urin zu achten. Zu den Anzeichen einer chronischen Nierenerkrankung zählen geschwollene Gelenke, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, verminderter Appetit oder schaumiger Urin.

Welche Symptome deuten auf eine unentdeckte Diabetes-Erkrankung hin?

Auf Diabetes mellitus, der jahrelang unbemerkt bleibt, können grosser Durst, ungewollter Gewichtsverlust, Müdigkeit sowie vermehrte Harnausscheidung hinweisen. Diese Warnzeichen sollten keinesfalls ignoriert werden.

Leiden Sie unter einer diesen Volkskrankheiten?

Bluthochdruck
Diabetes melitus
Nierenerkrankungen
Mehrere davon
Nein, ich bin gesund und vital
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Welche Faktoren können Bluthochdruck verursachen und warum ist er gefährlich?

Eine gerötete Gesichtsfarbe, Klopfen in den Schläfen oder Luftnot bei Belastung sind erste Hinweise auf Bluthochdruck. Dabei kann man sich noch lange vital und leistungsfähig fühlen.

Bluthochdruck kann nicht nur durch zu viel Salz, zu viel Alkohol, Stress und bestimmte Medikamente verursacht werden, sondern auch durch familiäre Vorbelastung, Übergewicht, zu wenig Bewegung, Lärm und Schichtarbeit.

Es ist ratsam, den Blutdruck regelmässig kontrollieren zu lassen, da Bluthochdruck in der Regel erst auffällt, wenn er bereits Schäden an Organen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzschwäche verursacht hat.

Was hilft, das Risiko für diese Erkrankungen zu verringern?

  • Lassen Sie regelmässig (mindestens einmal pro Jahr im Rahmen eines jährlichen gesundheitlichen Check-ups) Ihren Blutzuckerspiegel und Ihre Nierenwerte überprüfen und messen Sie Ihren Blutdruck mindestens einmal pro Woche. Dieser einfache Weg, gefährlichen Volkskrankheiten vorzubeugen, wird oft vernachlässigt, ist aber lebenswichtig.
  • Nehmen Sie nicht regelmässig frei verkäufliche Medikamente ein, zum Beispiel Schmerzmittel. Sie beeinflussen Enzyme, die eine zentrale Rolle in der Regulation von Entzündungsprozessen haben, die Blutgerinnung beeinflussen und für den Schutz der Nieren wichtig sind. Versuchen Sie, Beschwerden mit nicht-medikamentösen Methoden wie Physiotherapie, Wärme, Kälte, Massagen oder Bewegungstraining zu lindern.
  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht. Übergewicht gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Bluthochdruck. Ein dauerhaft erhöhtes Körpergewicht (BMI > 30 kg/m2) kann zur Entwicklung eines Diabetes mellitus und zu Nierenerkrankungen beitragen. Fettgewebe schüttet verschiedene Peptidhormone aus, die den Fettstoffwechsel negativ beeinflussen und erhöhte Insulinspiegel nach sich ziehen. Das alles führt folglich zu einer Abnahme der Nierenfunktion.
  • So einfach es klingt, so häufig wird es vernachlässigt: Bewegen Sie sich regelmässig, um fit und aktiv zu bleiben. Bewegungsmangel ist ein wichtiger Risikofaktor sowohl für Bluthochdruck als auch für Diabetes. Fachleute empfehlen mindestens 30 Minuten moderate Bewegung an fünf bis sieben Tagen in der Woche, zum Beispiel leichtes Ausdauertraining, als wirksame Vorbeugungsmassnahme. Körperliche Aktivität fördert Durchblutung und Stoffwechsel und kann den Verlauf einer Nierenerkrankung positiv beeinflussen.
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen. Als vorbeugende Massnahme ist die mediterrane Küche mit viel Gemüse, Fisch und pflanzlichen Ölen empfehlenswert.
  • Meiden Sie zu viel Kochsalz. Belastete Nieren haben Schwierigkeiten, Salz korrekt auszuscheiden. Zu viel Flüssigkeit bleibt im Körper. Beachten Sie, dass der grösste Teil des Salzes in Lebensmitteln steckt, bei denen man nicht unbedingt an Salz denkt, etwa in Brot, Wurst oder Konserven. Verwenden Sie beim Kochen Meersalz und Kräutersalz statt herkömmlichem Speisesalz.
  • Trinken Sie ausreichend. Unsere Blutkörperchen und Zellen benötigen Wasser, um richtig zu funktionieren. Trinkt man zu wenig, steigt die Spannung in den Arterien und somit der Blutdruck. Wasser ist Treibstoff für unsere Ausscheidungsorgane und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, damit die Nieren gut arbeiten. Ist der Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt, ist der Urin hellgelb und geruchlos. Wird er dunkel, kann das ein Warnzeichen sein, mehr zu trinken.
  • Verzichten Sie auf Rauchen. Nikotin führt zu einem höheren Blutdruck, indem es die Herzfrequenz erhöht und Gefässverengungen fördert. Nikotin verursacht zudem kleine Verletzungen an der innersten Schicht der Blutgefässe. Statistisch steigt bei Rauchern das Risiko für chronisches Nierenversagen, und bisher stoffwechselgesunde Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln wie Nichtraucher.

Mit diesen einfachen Tipps sind Sie gegen tückische Volkskrankheiten gut geschützt. Sie helfen, das eigene Wohlbefinden zu stärken, um die Anforderungen des täglichen Lebens gesund und erfolgreich zu bewältigen!