Was fällt unter den Begriff der Inkontinenz?
Bereits der unwillkürliche Verlust weniger Tröpfchen Urin zwischen den Toilettengängen wird als Inkontinenz bezeichnet. Dieses Bewusstsein hilft dabei, Symptome frühzeitig wahrzunehmen und geeignete Schritte einzuleiten.
Gehen Sie vorbeugend regelmässig zur Toilette
Ein geplantes Wasserlassen verhindert unerwartete Notfälle, was besonders unterwegs praktisch ist. Achten Sie darauf, nicht aus Gewohnheit zu lange zu warten, übertreiben Sie es aber auch nicht mit zu häufigem Entleeren.
Meiden Sie blasenreizende Lebensmittel und Getränke
Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze und ähnliche Reizstoffe können den Harndrang verstärken. Sorgen Sie gleichzeitig für eine regelmässige Verdauung, denn Verstopfung belastet die Blase zusätzlich.
Schützen Sie sich vor Kälte und Zugluft
Beide können die Blase reizen und die Symptome verstärken. Achten Sie deshalb auf warme Kleidung und vermeiden Sie direkte Kälteeinflüsse, insbesondere im Unterleibsbereich.
Nutzen Sie bei Drang Entspannungs- und Atemtechniken
Autogenes Training oder andere Entspannungsmethoden helfen, den Harndrang bei Dranginkontinenz besser zu kontrollieren. Solche Techniken reduzieren Stressreaktionen, welche die Blase zusätzlich reizen können.
Reduzieren Sie Übergewicht gezielt
Bei Übergewicht ist die Beckenbodenmuskulatur oft geschwächt. Bereits ein Gewichtsverlust von ca. 10 % kann die Beschwerden bei Belastungsinkontinenz deutlich verringern. Setzen Sie auf gesunde und nachhaltige Massnahmen zur Gewichtsabnahme.
Vermeiden Sie eine erhöhte Bauchdruckbelastung
Heben Sie keine schweren Lasten, betreiben Sie kein intensives Jogging und behandeln Sie chronischen Husten rechtzeitig. Behandeln Sie Husten und Verstopfung rechtzeitig und bevorzugen Sie gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking.
Wählen Sie passende Hilfsmittel
Nutzen Sie speziell für Inkontinenz entwickelte Vorlagen oder Inkontinenz-Slips in der passenden Saugstärke. Normale Monatsbinden sind meist ungeeignet, da sie weniger Flüssigkeit speichern und nicht gegen Geruch ausgelegt sind.
Pflegen Sie die Haut schonend und regelmässig
Die Haut im Intimbereich ist bei Inkontinenz häufig feucht und empfindlich. Milde Reinigungsmittel und spezielle Pflegecremes schützen vor Irritationen. Achten Sie auf eine sanfte Reinigung und regelmässigen Hautschutz, um Beschwerden zu vermeiden.
Notieren Sie Trinkmengen, die Uhrzeiten der Toilettengänge, das Urinvolumen, unwillkürliche Verluste und die Stärke des Harndrangs. Dieses Protokoll liefert Ihrem Arzt konkrete Hinweise und bildet die Basis für ein massgeschneidertes Blasentraining.


