Auch ein gesundes Herz schlägt nie ganz gleichmässig: Um immer genügend Blut durch den Körper zu pumpen, schlägt das Herz je nach Belastung langsamer oder schneller. Etwa 60 bis 80 Mal pro Minute schlägt unser Herz im Ruhezustand. Bei Herzrhythmusstörungen gerät das Herz aus verschiedenen Gründen aus dem Takt und schlägt zu schnell, zu langsam oder unregelmässig.
Ein Herzschlag entsteht durch elektrische Impulse im rechten Vorhof des Herzens, welche das Herz selbst erzeugt. Diese Impulse werden in einem gleichmässigen Rhythmus abgegeben und lösen das Zusammenziehen des Herzmuskels aus. Der sogenannte Sinusknoten gibt den Takt und das Blut wird in die Herzkammern gepumpt. Es kann aber sowohl Störungen bei der Bildung der elektrischen Impulse, welche den Herzschlag auslösen, als auch bei der Impulsweiterleitung geben. Dadurch gerät das Herz aus dem Takt und es kommt zu Herzrhythmusstörungen.
Zu den Ursachen von Herzrhythmusstörungen gehören Herzschwäche, Herzklappenerkrankungen, entzündliche Herzerkrankungen, angeborene Herzfehler und Erregungsleitungsstörungen, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion und Wirbelsäulenerkrankungen.
Da die elektrischen Signale im Herzen über kurzfristige Änderungen der Konzentration von Mineralsalzen (Elektrolyten) weitergeleitet werden, kann ein Mangel an Elektrolyten wie Natrium, Kalium, Magnesium, Chlorid, Kalzium und Phosphat zu Herzrhythmusstörungen führen. Mögliche Auslöser sind auch Genussmittel, die meist eine stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben, wie Kaffee, Alkohol, Nikotin und Drogen.
Manche Menschen leiden unter Beschwerden wie Herzrasen und Herzklopfen, vor allem nach dem Essen. Dies hängt oft mit Blähungen zusammen: Die sich im Bauchraum ansammelnden Gase üben Druck auf den Herzmuskel aus und sind Auslöser für verschiedene Herzbeschwerden.
Eine verlangsamte Herzfrequenz von weniger als 60 Schlägen pro Minute wird als Bradykardie bezeichnet. Zu den Ursachen zählen Schilddrüsenunterfunktion, Unterkühlung und Medikamenteneinnahme. Wenn der Herzschlag zu langsam ist, pumpt das Herz zu wenig Blut pro Minute. Dadurch gelangt in den Körperkreislauf weniger Sauerstoff, der vor allem vom Gehirn dringend benötigt wird. Den Betroffenen wird übel und schwindelig. Schweissausbrüche, Müdigkeit, Leistungsschwäche, Benommenheit, Sehstörungen oder sogar Ohnmacht können hinzukommen.
Von einer Tachykardie spricht man, wenn das Herz im Ruhezustand zu schnell schlägt (mehr als 100 Schläge pro Minute). Häufig bemerken die Betroffenen dieses Herzrasen, das mit Husten einhergeht. Atemnot, Brustschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit können hinzukommen. Häufig wird das Herzrasen auch von einem Gefühl der Angst und Nervosität begleitet.
Als Arrhythmie bezeichnet man eine Herzrhythmusstörung, bei der Herzschlag und Puls unregelmässig sind. Für Arrhythmien können Funktionsstörungen der Schilddrüse, Kaliummangel, koronare Herzkrankheit, Herzmuskelentzündung sowie Kardiomyopathien verantwortlich sein.
Veränderungen des Herzrhythmus, welche ihren Ursprung in den Herzkammern (Ventrikeln) haben, bezeichnen Mediziner als ventrikuläre Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre Arrhythmien). Treten die Erregungen unabhängig von den Herzkammern auf, spricht man von supraventrikulären Herzrhythmusstörungen (supraventrikuläre Arrhythmien).
Herzrhythmusstörungen können im Prinzip in jeder Situation und zu jeder Tageszeit auftreten, und zwar sowohl in Ruhe als auch unter Belastung. Das Herz kann aus seinem gewohnten Rhythmus geraten, wenn starke Gefühle wie Angst, anhaltender Stress oder Schlafmangel auftreten.
Wie sich eine Herzrhythmusstörung äussert, hängt vor allem davon ab, ob das Herz zu schnell oder zu langsam schlägt und in welchem Teil des Herzens sie entstanden ist. Auch die körperliche Verfassung der Betroffenen spielt eine entscheidende Rolle. Leichte oder nur gelegentlich auftretende Herzrhythmusstörungen werden von den Betroffenen oft gar nicht bemerkt.
Bei vielen Menschen treten die Symptome wie Herzstolpern oder kurze Aussetzer des Herzschlags jedoch verstärkt in Ruhe auf, also z. B. im Liegen oder in der Nacht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Extraschläge durch einen langsamen Puls begünstigt werden. Hinzu kommt, dass die Betroffenen diese Extraschläge in Ruhe stärker wahrnehmen, als wenn sie von anderen Dingen abgelenkt sind.
Mit diesen Tipps können Sie auch ohne Medikamente Ihre Herzrhythmusstörungen positiv beeinflussen!