Frühzeitig Warnsignale erkennen
Achten Sie auf starke Veränderungen der Essgewohnheiten, das Auslassen von Mahlzeiten oder ein obsessives Zählen von Kalorien. Typische Anzeichen wie ständiges Kälteempfinden, ausbleibende Menstruation oder starkes Untergewicht sollten ernst genommen und frühzeitig ärztlich abgeklärt werden.
Schrittweise Normalisierung der Ernährung fördern
Unterstützen Sie den Wiederaufbau eines geregelten Essverhaltens mit kleinen, erreichbaren Zielen. Ein Ansatz ist zum Beispiel, regelmässige Mahlzeiten mit kalorien- und nährstoffreichen Lebensmitteln langsam einzuführen, ohne dabei Druck zu erzeugen.
Körperliche Gesundheit eng überwachen
Lassen Sie die körperliche Verfassung regelmässig medizinisch kontrollieren. Bei ernsthaften Mangelerscheinungen oder Organproblemen kann eine stationäre Behandlung notwendig sein, um lebensbedrohliche Folgen zu verhindern.
Umgang mit Kontrollbedürfnis
Viele Betroffene streben nach Kontrolle über ihr Leben. Unterstützen Sie alternative Wege, dieses Bedürfnis zu erfüllen, etwa durch das Setzen von Tagesstrukturen oder das Ausüben von Hobbys, die Sicherheit und Selbstbestimmung fördern.
Körperliche Aktivität mit Mass
Exzessiver Sport kann die Symptome verschlimmern. Helfen Sie deshalb, ein gesundes Verhältnis zur Bewegung zu entwickeln, beispielsweise durch gelenkschonende Übungen oder sanfte Bewegungsformen, die den Körper stärken, ohne ihn zu überfordern.
Essensrituale und Mahlzeiten planen
Gemeinsame Mahlzeiten können den sozialen Austausch fördern und durch Essensrituale für Struktur sorgen. Verzichten Sie in diesen Momenten darauf, über Kalorien oder Gewicht zu sprechen, um unnötigen Stress zu vermeiden.
Eigene Werte und Schönheitsideale reflektieren
Fördern Sie die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Schönheitsidealen sowie den eigenen Erwartungen. Das bewusste Wahrnehmen der eigenen Selbstwahrnehmung kann dabei helfen, unrealistischen Druck abzubauen und das Selbstwertgefühl zu stärken.
Stressbewältigungsstrategien fördern
Da Stress ein wichtiger Auslöser für die Erkrankung sein kann, ist es hilfreich, gezielt Methoden zur Stressreduktion zu erlernen. Beispiele hierfür sind Achtsamkeitsübungen, progressive Muskelentspannung oder kreative Hobbys als Alternative zur Kontrolle durch das Essverhalten.
Geduld und kontinuierliche Unterstützung
Die Genesung von Anorexie ist meist langwierig und erfordert viel Geduld – sowohl von den Betroffenen als auch von den Helfenden.
Eine Behandlung durch spezialisierte Fachkräfte (Ärzte, Psychotherapeuten und Ernährungsberater) ist die Grundlage für eine erfolgreiche Genesung. Suchen Sie ein multiprofessionelles Behandlungsteam auf, das psychische und körperliche Aspekte berücksichtigt.


