Thema der Woche

Lippenherpes

Das kennen viele von uns: Die Lippen kribbeln, dann folgt ein unangenehmes Spannungsgefühl und in nur wenigen Stunden schmerzhafte, lästige Bläschen dazu. Hallo Lippenherpes!

Schuld daran sind sogenannte Herpes-Simplex-Viren, die Herpes-Ausbrüche im Gesicht auslösen. Fast alle von uns tragen diese Krankheitserreger in sich, und zwar lebenslang, doch nicht alle bekommen Bläschen. Der Grund liegt in individuellen Besonderheiten des Immunsystems. Bei einigen Menschen kann das Immunsystem diese Viren stärker kontrollieren, bei anderen eher nicht.

Die Herpes-Simplex-Viren können sowohl über Schmierinfektionen (Speichel oder Bläschen-Flüssigkeit des Infizierten), als auch durch Tröpfcheninfektion (beim Niesen und durch infizierte Gegenstände) in unseren Körper gelangen. Dann wandern die Viren über die Nervenstränge in das Rückenmark und in die Nervenknoten des fünften Gehirnnervs (Trigeminus), um dort sich in den Erbinformationen (DNA) der Zellen einzunisten. Die schlauen Krankheitserreger sind dort für die Abwehrkräfte fast unsichtbar und können sich verstecken, um später bei Gelegenheit aktiv zu werden. Kommt Stress oder eine andere Belastung ins Spiel, etwa Erkältungskrankheiten, schwere Erkrankungen oder eine starke Sonneneinstrahlung, lässt der Herpes-Ausbruch nicht lange auf sich warten.

Eine explosionsartige Vermehrung von Herpes-Simplex-Viren verursacht ein Spannungsgefühl, Kribbeln oder Jucken an den Lippen. Kurz nach diesen ersten Anzeichen entstehen entzündliche Hautbläschen, die mit ansteckender Flüssigkeit gefüllt sind und schliesslich aufplatzen. Nach 8 bis 14 Tagen verheilt Lippenherpes meist von selbst. Die Bläschen können sich nicht nur an den Lippen, sondern auch im Bereich der Nase, im Mund und an den Augen bilden. Manchmal treten daneben geschwollene Lymphknoten, Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit auf.

Sind Sie betroffen, können diese Tipps eine schnelle Abhilfe schaffen.

  • Bereits bei ersten Anzeichen wie Kribbeln oder Ziehen an der Lippen tragen Sie virenhemmende Cremes mit den Wirkstoffen Aciclovir und Penciclovir auf. Sie hemmen die Vermehrung von Viren und beschleunigen die Heilung durch schnellere Krustenbildung.

  • Wirken virenhemmende Cremes nicht oder gibt es Komplikationen, kann der Arzt antivirale Tabletten/Injektionen verschreiben.

  • Trockenextrakte aus der Zitronenmelisse verhindern die Vermehrung der Herpes-Viren, indem sie das Eindringen des Virus in die Zellen hemmen. Melissen-Creme kann in der Anfangsphase von Lippenherpes helfen.

  • Salben mit Zinksulfat hemmen in frühen Phasen des Lippenherpes das Eindringen des Virus in die Zelle und tragen zum Austrocknen der Bläschen bei. Dieselbe Wirkung haben Zink-Heparin-Kombinationen.

  • Herpespflaster (Patchs auf Hydrokolloid-Basis) schliessen die Bläschen komplett ab, arbeiten nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung und wirken besser bei sehr kleinen Bereichen und einzelnen Bläschen. Patchs sind nahezu unsichtbar und lassen sich überschminken.

  • Docosanol hilft in der früheren Phase von Herpes.

  • Vorsicht beim Teebaumöl, das häufig zu Kontaktallergien führt.

  • Achten Sie auf eine gute Hygiene: tragen Sie Cremes nur mit einem frischen Wattestäbchen auf, kratzen Sie keinesfalls an den Bläschen, trinken Sie nur aus dem eigenen Glas, waschen Sie Handtücher und Geschirr bei mindestens 60 Grad und waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände.

  • Vermeiden Sie Stress.

  • Schützen Sie Ihre Haut vor UV-Strahlen mit Sonnencreme.

  • Unterstützen Sie Ihr Immunsystem mit Vitamin C, Zink und Magnesium.

  • Essen Sie Muskelfleisch, Käse, Eier und trinken Sie Kuhmilch, die reich an essenzielle Aminosäure Lysin sind. Lysin verhindert die Reaktivierung von Herpes-Viren. Beachten Sie, dass Arginin ein natürlicher Gegenspieler von Lysin ist, und essen Sie deshalb nicht zu argininreich. Einen sehr hohen Arginin-Anteil weisen zum Beispiel Nüsse, Linsen, Geflügel, Garnele und Lachs auf.

Diese Tipps helfen allen Herpes-Geplagten die lästigen Bläschen schnell loszuwerden!

Fakten zum Thema

  1. 90% Menschen sind Träger von Herpes-Simplex-Viren, doch nur 30% bekommen lästige Bläschen.
  2. Lippenherpes kann sich auf die inneren Organe ausbreiten und zum Beispiel zu einer Störung der Gesichtsnerven oder zu Lungenentzündung führen.
  3. Lippenkontakt des Betroffenen mit anderen sollte vermieden werden. Küssen ist tabu, solange man Herpes auf Lippen hat.
  4. Befindet sich das Virus im Ruhezustand, ist der Betroffene nicht ansteckend. Doch bei sogenannten latenten Infektionen scheiden die Betroffenen Viren aus, obwohl es keine Symptome gibt.




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