Thema der Woche

L-Carnitin

Nicht zufällig gilt L-Carnitin als Energiebooster unseres Körpers: wir benötigen diesen Stoff zur Energiegewinnung und Fettverbrennung. Auch unser Herz, Gehirn und Immunsystem profitieren von diesem vitaminähnlichen Stoff.

Aus dem Lateinischen kann das Wort Carnitin als “Fleisch” übersetzt werden. Diese vitaminähnliche Substanz ist vor allem in Fleisch enthalten, doch kann von unserem Körper als chemische Verbindung aus essentiellen Aminosäuren Methionin und Lysin unter synergetischen Mitwirkung vieler Vitalstoffe hergestellt werden. Aus der Nahrung werden in unserem Dünndarm bis 87 Prozent des vorhandenen L-Carnitin aufgenommen. Spezielle Transportsysteme liefern es in die Leber und von dort aus in die Organe, wo dieser Stoff gespeichert wird: in das Herz, in die Skelettmuskulatur, in die Nieren und bei Männern auch in die Nebenhoden. Das überflüssige L-Carnitin wird in der Regel ungenutzt wieder ausgeschieden.

L-Carnitin transportiert Fettsäuren zu Kraftwerken der Zellen – Mitochondrien – wo diese zu Energie verbrannt werden. Muskel-, Nerven-, Sinnes- und Eizellen enthalten besonders viele Mitochondrien und somit haben einen erhöhten Bedarf an L-Carnitin. Dieser Stoff ist aber nicht nur für Energiegewinnung zuständig. Er hat einen Einfluss auf den Glucosestoffwechsel, indem er die Insulinsensitivität der Zellen verbessert und einer Insulinresistenz entgegenwirkt, was besonders bei Diabetes Typ 2 wichtig ist. Auch Menschen mit einer schlechten Durchblutung des Herzens können von L-Carnitin profitieren. Diese Aminosäureverbindung verbessert die Menge an Sauerstoff und Nährstoffen im Herzen und kann das Risiko von einer chronischen Herzleistungsschwäche, Angina- Pectoris oder einem Herzinfarkt verringern. Daneben hat L-Carnitin eine entgiftende Wirkung gegen Stoffwechselprodukte und Gifte, die bei einem Mangel an Sauerstoff im Herzen gebildet werden. Doch bei einer übermässigen Zufuhr von L-Carnitin vermehren sich Darmbakterien, die Gefässablagerungen verursachen und einige Herzerkrankungen fördern. Des Weiteren unterstützt L-Carnitin unser Immunsystem, indem es die Antikörperproduktion erhöht und die Bildung weisser Blutkörperchen aktiviert. Bei geistigem Stress und anstrengender Arbeit hilft dieser vitaminähnliche Stoff, Müdigkeit und Lustlosigkeit zu bekämpfen.

Typische Symptome eines L-Carnitin-Mangels sind Gewichtszunahme, Verfettung, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leberstörung, Leistungsnachlass, rasche Ermüdung sowie eine vorzeitige Erschöpfung. Zur Risikogruppe gehören Menschen, die an Lebererkrankungen, Krebs, Alzheimer, an chronischen Nierenerkrankungen, Herzschwäche und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Unterzuckerung und Diabetes, Magersucht und Unterernährung, an chronischer Müdigkeit leiden, sowie Patienten nach Magen-Darm-Operationen und Leistungssportler.

Folgende Tipps helfen Ihnen, immer mit diesem wichtigen Stoff ausreichend versorgt zu sein.

  • Der beste Weg, einen L-Carnitin-Bedarf zu decken, ist eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung.

  • Fleisch hat besonders grosse Mengen an L-Carnitin. Doch rotes Fleisch liefert daneben ungesunde Fettsäuren, und daher sollten maximal 600 g Fleisch wöchentlich auf dem Speiseplan stehen.

  • Beachten Sie bei der Zubereitung, dass L-Carnitin bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius zerstört wird und dass es wasserlöslich ist.

  • Isst man vegetarisch oder vegan, sollte man darauf achten, dass seine Ernährung genug Methionin, Lysin, Vitamin C, Vitamin B3, Vitamin B6, Vitamin B12, Folsäure und Eisen beinhaltet. Dann kann L-Carnitin vom Körper gebildet werden.

  • Gute Methionin-Lieferanten sind Sojabohnen und Sojaprodukte, Haferflocken, Kichererbsen, Bohnen, Cashewkerne, Mandeln, Erdnüsse, Quark und Eier. Viel Lysin enthalten neben oben genannten Lebensmitteln auch Buchweizen, Erbsen und Roggen.

  • Bei einer ungesunden Ernährung und einigen Erkrankungen kann man L-Carnitin nach einer Absprache mit dem Arzt ergänzend supplementieren. Dabei sollte man auf die richtige Dosierung achten.

  • Es gibt Nahrungsergänzungsmittel mit L-Carnitin (als Acetylcarnitin, Carnitin-Hydrochlorid oder -Tartrat) in Kapselform, als Kautabletten oder flüssig. Einige Nahrungsergänzungen enthalten zusätzlich Vitamine, Omega-3-Fettsäuren oder Magnesium. L-Carnitin wird auch als Zusatz in Eiweissshakes und Kohlenhydratgelen angeboten.

Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich und greifen Sie bei Bedarf zu hochqualitativen Supplementierungen, um ausreichend mit diesem wichtigen Energiebooster versorgt zu sein!

Fakten zum Thema

  1. Eine überschüssige Zufuhr von L-Carnitin kann sich in Fischgeruch aus dem Mund äussern.
  2. L-Carnitin hat eine hohe Bioverfügbarkeit und wird vorwiegend in Herz- und Skelettmuskeln gespeichert.
  3. Frühgeborene haben ein Risiko für einen L-Carnitin-Mangel, da bei ihnen die körpereigene Bildung noch ungenügend ist.
  4. Ein L-Carnitin-Mangel geht mit einer minderwertigen Spermienqualität einher. Ausserdem soll L-Carnitin durch seine antioxidativen Eigenschaften die Spermienzellen vor oxidativen Zellschäden schützen.


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