Thema der Woche

Darm

Der Darm ist ein wichtiges Gesundheitsorgan und der Schlüssel für unser körperliches und psychisches Wohlbefinden. Gerade im Darm wird nicht nur die Nahrung verwertet, sondern es werden auch Vitamine und Hormone produziert, der Wasser- und Salzgehalt reguliert und Energie bereitgestellt. Was macht dieses ungerechterweise unterschätzte Organ so bedeutsam?

Stellen Sie sich mal vor: ohne Ihr bewusstes Zutun beschäftigt sich das perfekt durchdachte Bakterien-Team immer wieder damit, alles (sowohl gesunde als auch gesundheitsschädigende) Gegessene zu verwerten, nützliche Vitalstoffe herauszuholen und krankmachende Substanzen zu neutralisieren. Der Nahrungsbrei wird Stück für Stück durch den Darm weitergeschoben, wobei Milliarden seiner Zellen wichtige Nährstoffe identifizieren und sie mithilfe von Enzymen in ihre chemischen Bestandteile zerlegen, um diese an den Körper weiterzugeben. Doch der Darm hat viele andere, über die reine Verdauung weit hinausgehende, wichtige Funktionen.

Unser Darm ist ein wahres Wunder: seine acht Meter langen Schlingen hätten ausgebreitet die Fläche eines Fussballfeldes. Hier leben und arbeiten unermüdlich rund 1600-mal mehr Mikroorganismen zusammen als die Gesamtbevölkerung unseres ganzen Planeten. Jeder von uns hat seine individuelle Darmflora, die so einzigartig wie ein Fingerabdruck ist. Diese Kleinstlebewesen bilden wichtige Vitamine (wie zum Beispiel Vitamin K), schützen unseren Darm vor Schadstoffen und versorgen unser Immunsystem mit Informationen über “illegale” Eindringlinge. Vom Gleichgewicht des Darm-Ökosystems hängen auch eine gesunde Haut, sportliche Leistungen und unsere Energie im Alltag ab. Unser Darm beeinflusst die Neigung zu Allergien, Aussehen und Körpergewicht und sogar unsere mentale Balance. Es ist schon längst bekannt, dass er über die sogenannte Darm-Hirn-Achse direkt mit unserem Gehirn verbunden ist. Nicht zufällig liefert uns der Bauch die erste Reaktion auf äussere Eindrücke: er besitzt vier- bis fünfmal mehr Neuronen als das gesamte Rückenmark.

Unser Darm ist ein hervorragender Netzwerker, doch Stress, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung können ihm dauerhaft schaden. Schon kleinste Veränderungen in unserer Lebensweise – etwa Umwelteinflüsse, Medikamente (zum Beispiel Antibiotika), verschiedene Erkrankungen – beeinträchtigen die komplexe Darmbalance. Nicht nur typische Beschwerden, sondern auch Neurodermitis, metabolische Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, psychisches Wohlbefinden, Infektionskrankheiten, Hautkrankheiten, Rheuma, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden damit verbunden.

Hier haben wir für Sie einige Tipps gesammelt, wie Sie sich um Ihre Darmgesundheit kümmern können.

  • Es empfiehlt sich, täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu essen. Bei Darmproblemen wählen Sie leicht verträgliche Ballaststoffe wie Kokosmehl, Chiasamen oder Gerstengraspulver. Ballaststoffe schützen die Darmwände vor Giftstoffen.

  • Die Milchsäurebakterien in Joghurt, Kefir und Molke sind gut für unsere Darmflora. Doch wer an einer Lactoseintoleranz leidet, reagiert auf den Milchzucker Lactose mit Verdauungsproblemen und sollte auf diese Lebensmittel eher verzichten oder sie zusammen mit dem Ferment Lactase verzehren.

  • Ingwer und Kurkuma regen die Verdauung an, sorgen für eine gesunde Darmflora und wirken sich positiv auf den Darm aus.

  • Bei Verdauungsproblemen können Sie zu natürlichen Enzymen greifen. Sie helfen Ihrem Körper, Nährstoffe effektiver aufzunehmen. Die körpereigene Enzyme nehmen mit dem Alter und bei bestimmten Erkrankungen ab. Hier kommen natürliche Enzympräparate mit Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen, Lactase, Bromelain usw. zur Hilfe, die die Verdauung unterstützen.

  • Achten Sie auf Gluten. Nur selten tritt eine Glutenunverträglichkeit auf, doch die Glutensensitivität ist viel häufiger verbreitet und kann sich in den unterschiedlichsten Symptomen von Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche über Gelenkschmerzen bis hin zu chronischem Durchfall oder Verstopfung äussern. Reduzieren Sie bei solchen Problemen Gluten (verzehren Sie Mais, Hirse, Reis, Buchweizen oder Amaranth statt Getreide- und Vollkornprodukten) und beobachten Sie, wie dies bei Ihnen wirkt.

  • Trinken Sie mindestens 2 Liter Wasser (oder Mineralwasser, Tee, Gemüse- und mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte) täglich, um Ihren Darm zu unterstützen. Das gilt besonders für ältere Menschen. Ein Glas lauwarmes Wasser nach dem Aufstehen wirkt für unseren Darm wahre Wunder!

  • Treiben Sie dreimal pro Woche eine Stunde lang Sport, um einer schlechten Durchblutung oder Trägheit des Darms, Verstopfung, Gasbildung und Entzündungen der Darmschleimhaut vorzubeugen. Aber auch regelmässige Spaziergänge tun Ihrem Darm etwas Gutes.

  • Befreien Sie Ihren Darm von Parasiten und Pilzen. Parasiten und Pilze sind insbesondere bei gestörter Darmflora verbreitet und können sich in Heisshungerattacken auf Süsses, in einer chronischen Müdigkeit oder in einem aufgeblähten Bauch äussern. Eine Darmreinigung kommt hier zur Hilfe. Gegen Pilze kann auch Grapefruitkernextrakt helfen.

  • Massieren Sie Ihren Bauch – etwa wie bei einer Babymassage. Das fördert die Darmperistaltik, entspannt die Muskeln und verbessert die Durchblutung.

  • Um den Darm in Schwung zu halten, ist es wichtig, Stress abzubauen. Stress verringert die Anzahl der nützlichen Milchsäurebakterien im Darm. Entspannen Sie sich durch Yoga-Übungen und Atempausen.

Mit diesen Tipps und Tricks sorgen Sie gut für Ihren Darm und fördern Ihre Darmgesundheit.

Fakten zum Thema

  1. Unser Darm ist ein wichtiges Immunorgan mit einem hochspezialisierten Abwehrsystem, in welchem 80% aller Immunzellen unseres Körpers stecken.
  2. Laut einigen Studien können bestimmte Bakterien im Darm dafür sorgen, dass Menschen zunehmen, obwohl sie nicht mehr Kalorien als dünnere Menschen zu sich nehmen.
  3. Ein dauerhafter Stress trägt dazu bei, dass in unserem Darm bestimmte Bakterien überleben, die zwar mit Stressbelastung klarkommen, doch dabei die Stimmung drücken.




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