Thema der Woche

Verhütungsmittel

Es gibt viele Verhütungsmittel, doch nicht alle davon entsprechen unseren Bedürfnissen und Wünschen. Nicht alle davon sind auch sicher genug. Ohne Zweifel, das sicherste Mittel ist gar keinen Sex zu haben. Doch ist es auch das beste? 

Ein gutes Verhütungsmittel ist sicher und erlaubt einer Frau, selbstbestimmt zu wählen, ob und wann man Kinder bekommen möchte. Die Zuverlässigkeit von Methoden der Empfängnisverhütung zeigt der sogenannte Pearl-Index, der nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl benannt wurde. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist das Verhütungsmittel. Der Pearl-Index 2 bedeutet, dass von 100 Frauen, die mit einer bestimmten Methode ein Jahr lang verhüten, 2 Frauen schwanger werden.

Welche Verhütungsmethoden es gibt und welchen Pearl-Index diese haben, erfahren Sie hier:

  • Das Kondom (Pearl-Index von 2 bis 12) ist wohl das bekannteste Verhütungsmittel und ein echter Verhütungsklassiker, der neben der Schwangerschaft auch vor Geschlechtskrankheiten schützt. Doch seine Sicherheit hängt davon ab, ob es korrekt angewendet wird. 

  • Bei der Temperaturmethode (von 0.8 bis 3) wird die Basaltemperatur jeden Morgen gemessen. Durch ihre zyklischen Schwankungen kann man den Zeitpunkt des Eisprungs erfahren. Doch diese Methode ist nur in Kombination mit den anderen Methoden empfohlen und erfordert Disziplin.

  • Es gibt auch eine Billings-Methode (5), bei der die Frau täglich ihren Zervixschleim untersucht. Diese Methode sollte nur als Ergänzung zu anderen Methoden verwendet werden.

  • Die Pille (von 0.1 bis 0.9) ist eine der sichersten Verhütungsmitteln, falls sie regelmässig zur gleichen Tageszeit, mit Ausnahme der Pillenpause eingenommen wird. Die Pille enthält Hormone, die den Eisprung unterdrücken. Besonders häufig greifen Mädchen und junge Frauen zu dieser Verhütungsmethode.

  • Die Minipille (von 0.5 bis 3) enthält das niedrig dosiertes Gelbkörperhormon Gestagen und sorgt dafür, dass keine Spermien in die Gebärmutter gelangen können. Dieses Verhütungsmittel eignet sich auch für die Verhütung während der Stillzeit.

  • Das Verhütungscomputer (von 2 bis 5 abhängig von den Methoden) hilft durch Hormonbestimmung im Urin und/oder durch Temperaturmessung, die fruchtbaren Tage zu bestimmen.

  • Die Sicherheit von Diaphragma (von 1 bis 20) hängt von ihrer korrekten Anwendung ab, wobei Spermizide die Sicherheit dieses Verhütungsmittels erhöhen. Die passende Grösse dieser Membran aus Silikon oder aus Latex soll von einem Frauenarzt bestimmt werden.

  • Spermizide (von 3 bis 21) sind als alleinige Methode unsicher. Sie sollen Spermien abtöten beziehungsweise ihre Beweglichkeit senken. 

  • Scheidenspülungen (31) sind das unsicherste Verhütungsmittel und lassen rund ein Drittel Frauen schwanger werden. Diese Methode ist gar nicht zu empfehlen.

  • Ein Frauenkondom (von 5 bis 25) ist auch nur bei richtiger Anwendung sicher, doch kann ähnlich wie ein männliches Kondom vor Geschlechtskrankheiten schützen.

  • Die Depotspritze (von 0.3 bis 0.88) eignet sich gut für Frauen, die die Pille oft vergessen. Diese Methode braucht keine Disziplin, nur eine injizierte Depotspritze alle drei Monate zu machen.

  • Der Verhütungsring (von 0.4 bis 0.65) ist ein flexibler Vaginalring, der einmal pro Monat gewechselt wird. Der Ring gibt Hormone ab und beugt so ungewollter Schwangerschaft vor.

  • Ähnlich wirkt das Verhütungspflaster (von 0.72 bis 0.9). Es enthält Hormone und wird einmal pro Woche gewechselt. Sein weiterer Vorteil ist, dass es selbst unter enger Kleidung unsichtbar ist.

  • Wohl das sicherste Verhütungsmittel ist ein Hormonimplantat im Oberarm (von 0 bis 0.08), das drei Jahre lang wirkt.

  • Die Hormonspirale (von 0.16 bis 0.33) enthält Gestagen Levonorgestrel. Sie wird für 3 bis 5 Jahre (abhängig vom Hormongehalt) eingesetzt.

  • Die Kupferspirale (von 0.3 bis 0.8) enthält keine Hormone, sie besteht aus einem T-förmigen Körper aus Plastik und ist mit Kupfer umgewickelt. Ihre Sicherheit hängt vom Kupfergehalt ab. Diese Spirale wirkt 3 bis 5 Jahre lang. Eine neue Variante der Kupferspirale ist die Kupferkette (von 0.1 bis 0.5), die flexibler ist und weniger Nebenwirkungen hat.

  • Die Sicherheit eines Kupferperlenballs ist der der Pille ähnlich. Kupferionen beeinflussen die Spermien, so dass diese nicht besonders beweglich und weniger überlebensfähig sind.

  • Sehr sicher ist die Sterilisation bei Frauen (von 0.2 bis 0.3) oder bei Männern (von 0.1 bis 0.3). Doch diese Methode eignet sich ausschliesslich, falls die Familienplanung schon abgeschlossen ist.

Alle Verhütungsmittel haben ihre Vor- und Nachteile. Mit diesen Informationen machen Sie eine bewusste Entscheidung und finden die beste kurz- oder langfristige Lösung für sich selbst!

Fakten zum Thema

  1. Während der Stillzeit bekommen die meisten Frauen keinen Eisprung und können daher nicht schwanger werden. Doch dies ist keine Verhütungsmethode, da man nie weiss, wann der erste Eisprung nach der Entbindung stattfindet.
  2. Die "Pille danach" ist als Verhütungsmittel nicht geeignet. Man kann sie nur im Notfall nehmen.




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