wishlist.header

Isländisch Moos

Natürliche Heilkraft aus der nordischen Natur

Was auf den ersten Blick wie gewöhnliches Moos aussieht, ist in Wirklichkeit eine besondere Flechte mit bemerkenswerter Wirkung: Isländisch Moos. Es verbindet natürliche Schutzmechanismen, bewährte Anwendungen aus der Volksheilkunde und moderne Erkenntnisse aus der Phytotherapie. Doch warum lohnt es sich, diese nordische Heilpflanze heute neu zu entdecken?

Was ist Isländisch Moos?

Isländisch Moos ist eine strauchförmige Flechte mit dem wissenschaftlichen Namen Cetraria islandica, die fälschlicherweise sowohl als „Moos“ als auch als typisch isländisch bezeichnet wird. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um ein echtes Moos, sondern um eine symbiotische Lebensgemeinschaft aus Alge und Pilz. Diese spezielle Form der Flechte wächst in kissenartigen Polstern, die eine Höhe von vier bis zwölf Zentimetern erreichen können. 

Die Form der verzweigten Triebe erinnert an ein kleines Geweih und verändert sich je nach Feuchtigkeitsgrad: bei Trockenheit rollen sich die Lappen zusammen und nehmen eine weisslich-grüne Farbe an. Die Flechtenfarbe ist dabei ein direktes Spiegelbild der Lichtverhältnisse: während schattig wachsende Exemplare heller bleiben, bilden Flechten an sonnenexponierten Standorten dunkle, teils schwarzbraune Pigmente aus, um sich vor UV-Strahlung zu schützen. 

Isländisch Moos ist in kühlen und gemässigten Regionen der Nordhalbkugel weit verbreitet, insbesondere in arktischen, subalpinen und hochmontanen Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas. Es bevorzugt nährstoffarme Böden, wie sie in Hochlagen, Mooren oder Tundren zu finden sind. Aufgrund seiner hohen Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen verschwindet es zunehmend aus städtischen oder industriellen Gebieten.

Wie schmeckt Isländisch Moos?

Isländisch Moos zeichnet sich geschmacklich durch eine ausgeprägte Bitterkeit aus, die auf bestimmte enthaltene Stoffe zurückzuführen ist. Diese Bitterkeit wird von vielen als intensiv und eher unangenehm empfunden, weshalb sich das Kraut geschmacklich kaum mit typischen Tees oder Küchenkräutern vergleichen lässt. Wer es dennoch verwendet, trifft häufig Massnahmen, um diesen Eigengeschmack abzumildern oder zu reduzieren, da die ausgeprägte Bitterkeit für empfindliche Gaumen schnell als störend wahrgenommen werden kann.

editorial.facts

  • Beim Isländisch Moos übernehmen die Pilzfäden (Hyphen) die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen, während die Alge durch Photosynthese energiereiche Nährstoffe bereitstellt.
  • Da Isländisch Moos sehr empfindlich auf Luftverschmutzung reagiert, dient sein Vorkommen als Indikator für saubere Luft.
  • Obwohl es sich beim Isländisch Moos streng genommen nicht um ein Moos, sondern um eine Flechte handelt, zählen echte Moose zu den ältesten bekannten Landpflanzen. Fossile Funde belegen, dass sie bereits vor rund 400 Millionen Jahren vorkamen.

Welche Inhaltsstoffe kommen in Isländisch Moos vor?

Isländisch Moos enthält zahlreiche wertvolle Bestandteile, die insbesondere in der Naturheilkunde und Phytotherapie geschätzt werden. Den Hauptanteil machen pflanzliche Mehrfachzucker (Polysaccharide) aus, die bis zur Hälfte der Trockenmasse ausmachen können. Dazu zählen unter anderem Lichenin, Isolichenin, Galactomannane und verschiedene Glucane. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei Kontakt mit Flüssigkeit eine gelartige Substanz bilden, welche die Schleimhäute in Mund, Rachen und Magen schützend umhüllen kann.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil sind Flechtensäuren, die für den bitteren Geschmack und die antimikrobiellen Eigenschaften verantwortlich sind. Besonders hervorzuheben ist die Fumarprotocetrarsäure, die in besonders hoher Konzentration vorkommt. Daneben finden sich auch Usninsäure, Cetrarsäure und weitere Vertreter dieser Substanzgruppe. Diese Verbindungen sind für ihre entzündungshemmenden und leicht antibiotischen Effekte bekannt.

Darüber hinaus wurden in Isländisch Moos spezielle Fettsäuren wie Lischesterinsäuren und Protolichesterinsäuren nachgewiesen, die das Gesamtprofil der Pflanze ergänzen. Eine Besonderheit ist der vergleichsweise hohe natürliche Jodgehalt dieser Flechte, wodurch sie im Pflanzenreich zu einer eher seltenen Quelle dieses Spurenelements wird.

In welcher Form verwenden Sie Isländisch Moos?

als Tee
als Lutschtabletten
als Tinktur
in anderer Form
gar nicht
editorial.poll.anonymous

Wie wirkt Isländisch Moos?

Isländisch Moos entfaltet seine Wirkung auf vielfältige Weise und ist in der Naturheilkunde sehr geschätzt. Seine schleimbildenden Inhaltsstoffe legen sich wie ein schützender Film über gereizte Schleimhäute in Mund, Rachen und Magen. Dadurch kann es bei Reizungen durch Husten oder Entzündungen im Halsbereich lindernd wirken und gleichzeitig dabei helfen, festsitzenden Schleim in den Bronchien zu lösen, wodurch das Abhusten erleichtert wird. Im Magenbereich binden diese Schleimstoffe überschüssige Magensäure und bewahren so die Magenschleimhaut vor Irritationen.

Neben dieser reizlindernden Eigenschaft hat Isländisch Moos auch positive Auswirkungen auf die Verdauung. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Produktion von Verdauungssäften an und unterstützen so die Magen-Darm-Tätigkeit. Dadurch kann es Völlegefühl entgegenwirken, Appetitlosigkeit mildern und bei gelegentlichen Verstopfungen helfen.

Die äusserliche Anwendung auf der Haut hat ebenfalls positive Effekte: Isländisch Moos wirkt beruhigend und entzündungshemmend und spendet Feuchtigkeit. Bei Hautreizungen, Sonnenbrand oder Rötungen kann es somit kühlend und lindernd wirken und zur Regeneration der Haut beitragen. Darüber hinaus versorgt die Flechte den Körper mit zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium, Jod, Folsäure und Vitamin C. Diese Kombination kann sich positiv auf das Erscheinungsbild von Haut, Haaren und Nägeln auswirken, indem sie brüchigen Nägeln und Haarausfall vorbeugt und das Hautbild verbessert.

Isländisch Moos kann auch bei allgemeinen Schwächezuständen, etwa nach übermässigem Alkoholkonsum, wohltuend wirken. Es lindert Übelkeit, befeuchtet trockene Schleimhäute und regt dank seiner Bitterstoffe den Appetit an – eine hilfreiche Unterstützung bei einem „Kater“. Erste Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass die Flechtensäuren der Pflanze antimikrobielle Eigenschaften besitzen und das Immunsystem stimulieren könnten, was insbesondere bei bakteriellen Infektionen von Nutzen sein könnte.

Welche Nebenwirkungen kann Isländisch Moos haben?

Nach aktuellem Wissensstand ist Isländisch Moos gut verträglich. Bislang liegen keine Berichte über unerwünschte Begleiterscheinungen vor. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass individuelle Reaktionen variieren können, insbesondere bei Menschen, die bekanntlich überempfindlich auf Flechten oder pflanzliche Präparate im Allgemeinen reagieren.

Was ist konserviertes Moos?

Konserviertes Moos ist ein natürliches Produkt, das durch ein spezielles Verfahren dauerhaft haltbar gemacht wird, ohne dass es seine weiche, frische Haptik verliert. Direkt nach der Ernte wird es gründlich gereinigt und mit einer Mischung aus Glycerin und Farbpigmenten behandelt. Durch diesen sogenannten Konservierungsprozess werden die natürlichen Pflanzensäfte durch eine feuchtigkeitsbindende Lösung ersetzt, die das Moos geschmeidig hält und gleichzeitig seine leuchtende Farbe erhält – ganz ohne Pflege, Wasser oder Licht.

Im Gegensatz zu getrocknetem Moos, das mit der Zeit brüchig wird und sich verfärbt, bleibt konserviertes Moos über Jahre hinweg weich, farbstabil und formschön. Es ist in verschiedenen Farbvarianten erhältlich, was eine grosse gestalterische Vielfalt bei Dekorationen, Wandgestaltungen oder Arrangements ermöglicht. Da es weder gegossen noch gedüngt werden muss, eignet es sich hervorragend für pflegefreie Raumgestaltungen in privaten wie auch öffentlichen Bereichen.

Zusätzlich bietet konserviertes Moos praktische Vorteile: es ist feuerhemmend, benötigt keinerlei Pflege und eignet sich hervorragend zur Schallabsorption, insbesondere in Form von Moosbildern oder Mooswänden. Solche Mooswände sehen nicht nur natürlich aus, sondern schaffen auch ein angenehmes Raumklima, ohne dass Staub oder Pflegeaufwand entstehen. Dafür ist lediglich ein geeigneter Standort fern von direkter Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit und grossen Temperaturschwankungen erforderlich.

Wie man Isländisch Moos verwendet: nützliche Tipps

  • Bereiten Sie bei Halsschmerzen einen reizlindernden Tee zu, indem Sie 1.5 g getrocknetes Isländisch Moos mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, zehn Minuten ziehen lassen und anschliessend abseihen. Trinken Sie davon 2–3 Tassen täglich.
  • Wenn Sie den bitteren Geschmack vermeiden möchten, giessen Sie das Kraut zunächst mit kochendem Wasser auf, rühren kurz um und schütten den ersten Sud sofort weg. Giessen Sie anschliessend erneut mit heissem Wasser auf und lassen Sie es wie üblich ziehen – so gewinnen Sie einen milderen Hustentee.
  • Bei Appetitlosigkeit verwenden Sie einen Kaltauszug: geben Sie 3 TL der getrockneten Flechte in 450 ml kaltes Wasser, lassen Sie die Mischung 1–2 Stunden unter gelegentlichem Umrühren stehen und seihen Sie diese dann ab. Erhitzen Sie den Auszug vor dem Abseihen kurz und trinken Sie ihn 30 Minuten vor dem Essen.
  • Trinken Sie Isländisch-Moos-Tee bei Reizhusten oder Heiserkeit, da der entstehende Schleimfilm die Schleimhäute beruhigt und das Abhusten erleichtert. Nutzen Sie dafür möglichst frisch zubereitete Aufgüsse.
  • Um Entzündungen im Mund- und Rachenraum zu lindern, können Sie auch Gurgellösungen aus Tee verwenden. Lassen Sie den Tee abkühlen und gurgeln Sie mehrmals täglich damit.
  • Verwenden Sie Islandmoos oder Rentierflechte in Form von Pastillen, Tabletten oder Bonbons zur Linderung von Schleimhautreizungen der Atemwege. Achten Sie dabei auf Produkte mit geprüfter Qualität. Lutschtabletten bleiben länger mit der Schleimhaut in Kontakt und wirken daher oft effektiver als Tee.
  • Achten Sie bei der Einnahme von Medikamenten auf den richtigen Zeitpunkt, denn der Schleimstoff des Mooses kann die Aufnahme anderer Wirkstoffe verzögern. Halten Sie deshalb mindestens eine Stunde Abstand zu Arzneimitteln.
  • Wenn Sie den vollen Gehalt an Schleimstoffen wünschen, bereiten Sie das Moos möglichst als Kaltauszug zu, da die Hitze die wirksamen Stoffe teilweise zerstören kann.
  • Nutzen Sie die Flechte als traditionelle Suppenzutat, indem Sie diese mit Milch und Wein aufkochen. So erhalten Sie eine nahrhafte Moossuppe, die früher als Hausmittel bei Infektionen eingesetzt wurde.
  • Bei Husten können Sie einen eigenen Sirup herstellen, indem Sie den zweiten, entbitterten Sud im Verhältnis 1:1 mit Zucker einkochen, bis eine dickliche, braune Konsistenz entsteht. Heiss abgefüllt hält sich der Sirup über den Winter.
  • Verwenden Sie die Flechte ausserdem zur Hautpflege: tränken Sie Umschläge oder Wickel mit einem starken Teeaufguss und legen Sie diese auf nässende Wunden, Ekzeme oder Dekubitus. Die beruhigende Wirkung von Moos kann die Heilung unterstützen.
  • Nutzen Sie Isländisch Moos auch äusserlich in Deodorants oder Duschgels, da seine Gerbstoffe die Schweissproduktion hemmen und seine antibakterielle Wirkung unangenehmen Geruch reduziert.

Ob als Tee, Kaltauszug oder Lutschtablette – Isländisch Moos ist vielseitig einsetzbar bei Reizungen im Hals- und Rachenraum. Aufgrund seiner natürlichen Wirkung ist es ein geschätztes Mittel in der pflanzlichen Hausapotheke.