Isländisch Moos ist eine strauchförmige Flechte mit dem wissenschaftlichen Namen Cetraria islandica, die fälschlicherweise sowohl als „Moos“ als auch als typisch isländisch bezeichnet wird. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um ein echtes Moos, sondern um eine symbiotische Lebensgemeinschaft aus Alge und Pilz. Diese spezielle Form der Flechte wächst in kissenartigen Polstern, die eine Höhe von vier bis zwölf Zentimetern erreichen können.
Die Form der verzweigten Triebe erinnert an ein kleines Geweih und verändert sich je nach Feuchtigkeitsgrad: bei Trockenheit rollen sich die Lappen zusammen und nehmen eine weisslich-grüne Farbe an. Die Flechtenfarbe ist dabei ein direktes Spiegelbild der Lichtverhältnisse: während schattig wachsende Exemplare heller bleiben, bilden Flechten an sonnenexponierten Standorten dunkle, teils schwarzbraune Pigmente aus, um sich vor UV-Strahlung zu schützen.
Isländisch Moos ist in kühlen und gemässigten Regionen der Nordhalbkugel weit verbreitet, insbesondere in arktischen, subalpinen und hochmontanen Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas. Es bevorzugt nährstoffarme Böden, wie sie in Hochlagen, Mooren oder Tundren zu finden sind. Aufgrund seiner hohen Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen verschwindet es zunehmend aus städtischen oder industriellen Gebieten.
Isländisch Moos zeichnet sich geschmacklich durch eine ausgeprägte Bitterkeit aus, die auf bestimmte enthaltene Stoffe zurückzuführen ist. Diese Bitterkeit wird von vielen als intensiv und eher unangenehm empfunden, weshalb sich das Kraut geschmacklich kaum mit typischen Tees oder Küchenkräutern vergleichen lässt. Wer es dennoch verwendet, trifft häufig Massnahmen, um diesen Eigengeschmack abzumildern oder zu reduzieren, da die ausgeprägte Bitterkeit für empfindliche Gaumen schnell als störend wahrgenommen werden kann.
Isländisch Moos enthält zahlreiche wertvolle Bestandteile, die insbesondere in der Naturheilkunde und Phytotherapie geschätzt werden. Den Hauptanteil machen pflanzliche Mehrfachzucker (Polysaccharide) aus, die bis zur Hälfte der Trockenmasse ausmachen können. Dazu zählen unter anderem Lichenin, Isolichenin, Galactomannane und verschiedene Glucane. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei Kontakt mit Flüssigkeit eine gelartige Substanz bilden, welche die Schleimhäute in Mund, Rachen und Magen schützend umhüllen kann.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil sind Flechtensäuren, die für den bitteren Geschmack und die antimikrobiellen Eigenschaften verantwortlich sind. Besonders hervorzuheben ist die Fumarprotocetrarsäure, die in besonders hoher Konzentration vorkommt. Daneben finden sich auch Usninsäure, Cetrarsäure und weitere Vertreter dieser Substanzgruppe. Diese Verbindungen sind für ihre entzündungshemmenden und leicht antibiotischen Effekte bekannt.
Darüber hinaus wurden in Isländisch Moos spezielle Fettsäuren wie Lischesterinsäuren und Protolichesterinsäuren nachgewiesen, die das Gesamtprofil der Pflanze ergänzen. Eine Besonderheit ist der vergleichsweise hohe natürliche Jodgehalt dieser Flechte, wodurch sie im Pflanzenreich zu einer eher seltenen Quelle dieses Spurenelements wird.
Isländisch Moos entfaltet seine Wirkung auf vielfältige Weise und ist in der Naturheilkunde sehr geschätzt. Seine schleimbildenden Inhaltsstoffe legen sich wie ein schützender Film über gereizte Schleimhäute in Mund, Rachen und Magen. Dadurch kann es bei Reizungen durch Husten oder Entzündungen im Halsbereich lindernd wirken und gleichzeitig dabei helfen, festsitzenden Schleim in den Bronchien zu lösen, wodurch das Abhusten erleichtert wird. Im Magenbereich binden diese Schleimstoffe überschüssige Magensäure und bewahren so die Magenschleimhaut vor Irritationen.
Neben dieser reizlindernden Eigenschaft hat Isländisch Moos auch positive Auswirkungen auf die Verdauung. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Produktion von Verdauungssäften an und unterstützen so die Magen-Darm-Tätigkeit. Dadurch kann es Völlegefühl entgegenwirken, Appetitlosigkeit mildern und bei gelegentlichen Verstopfungen helfen.
Die äusserliche Anwendung auf der Haut hat ebenfalls positive Effekte: Isländisch Moos wirkt beruhigend und entzündungshemmend und spendet Feuchtigkeit. Bei Hautreizungen, Sonnenbrand oder Rötungen kann es somit kühlend und lindernd wirken und zur Regeneration der Haut beitragen. Darüber hinaus versorgt die Flechte den Körper mit zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium, Jod, Folsäure und Vitamin C. Diese Kombination kann sich positiv auf das Erscheinungsbild von Haut, Haaren und Nägeln auswirken, indem sie brüchigen Nägeln und Haarausfall vorbeugt und das Hautbild verbessert.
Isländisch Moos kann auch bei allgemeinen Schwächezuständen, etwa nach übermässigem Alkoholkonsum, wohltuend wirken. Es lindert Übelkeit, befeuchtet trockene Schleimhäute und regt dank seiner Bitterstoffe den Appetit an – eine hilfreiche Unterstützung bei einem „Kater“. Erste Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass die Flechtensäuren der Pflanze antimikrobielle Eigenschaften besitzen und das Immunsystem stimulieren könnten, was insbesondere bei bakteriellen Infektionen von Nutzen sein könnte.
Nach aktuellem Wissensstand ist Isländisch Moos gut verträglich. Bislang liegen keine Berichte über unerwünschte Begleiterscheinungen vor. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass individuelle Reaktionen variieren können, insbesondere bei Menschen, die bekanntlich überempfindlich auf Flechten oder pflanzliche Präparate im Allgemeinen reagieren.
Konserviertes Moos ist ein natürliches Produkt, das durch ein spezielles Verfahren dauerhaft haltbar gemacht wird, ohne dass es seine weiche, frische Haptik verliert. Direkt nach der Ernte wird es gründlich gereinigt und mit einer Mischung aus Glycerin und Farbpigmenten behandelt. Durch diesen sogenannten Konservierungsprozess werden die natürlichen Pflanzensäfte durch eine feuchtigkeitsbindende Lösung ersetzt, die das Moos geschmeidig hält und gleichzeitig seine leuchtende Farbe erhält – ganz ohne Pflege, Wasser oder Licht.
Im Gegensatz zu getrocknetem Moos, das mit der Zeit brüchig wird und sich verfärbt, bleibt konserviertes Moos über Jahre hinweg weich, farbstabil und formschön. Es ist in verschiedenen Farbvarianten erhältlich, was eine grosse gestalterische Vielfalt bei Dekorationen, Wandgestaltungen oder Arrangements ermöglicht. Da es weder gegossen noch gedüngt werden muss, eignet es sich hervorragend für pflegefreie Raumgestaltungen in privaten wie auch öffentlichen Bereichen.
Zusätzlich bietet konserviertes Moos praktische Vorteile: es ist feuerhemmend, benötigt keinerlei Pflege und eignet sich hervorragend zur Schallabsorption, insbesondere in Form von Moosbildern oder Mooswänden. Solche Mooswände sehen nicht nur natürlich aus, sondern schaffen auch ein angenehmes Raumklima, ohne dass Staub oder Pflegeaufwand entstehen. Dafür ist lediglich ein geeigneter Standort fern von direkter Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit und grossen Temperaturschwankungen erforderlich.
Ob als Tee, Kaltauszug oder Lutschtablette – Isländisch Moos ist vielseitig einsetzbar bei Reizungen im Hals- und Rachenraum. Aufgrund seiner natürlichen Wirkung ist es ein geschätztes Mittel in der pflanzlichen Hausapotheke.


