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Orthorexie

Mit diesen 10 Tipps überwinden Sie Ihre Angst vor „falschem” Essen

Die Orthorexie, also der zwanghafte Drang, sich „gesund“ zu ernähren, kann schnell zur Belastung werden. Dabei steht nicht der Genuss, sondern die Kontrolle über die Ernährung im Mittelpunkt, was Körper und Geist auf Dauer schwächt. Doch wie erkennt man, wann gesunde Ernährung ins Extreme kippt und was kann man dagegen tun?
  • Erlauben Sie sich bewusst Ausnahmen

Nehmen Sie gelegentlich bewusst Lebensmittel zu sich, die Sie sonst meiden, etwa Fast Food oder Süssigkeiten. So können Sie den inneren Zwang zur ständigen „gesunden” Ernährung lockern und mehr Flexibilität entwickeln.

  • Hören Sie auf, Lebensmittel in „gut” oder „schlecht” einzuteilen

Verzichten Sie darauf, Nahrungsmittel streng zu kategorisieren. Grundsätzlich kann jede Mahlzeit Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, solange die Menge stimmt.

  • Führen Sie ein Ernährungstagebuch

Schreiben Sie auf, was Sie essen und wie Sie sich dabei fühlen. So können Sie Muster erkennen und verstehen, wie Orthorexie Ihr Denken und Handeln beeinflusst.

  • Praktizieren Sie achtsames Essen

Essen Sie langsam und ohne Ablenkungen wie Fernsehen oder Smartphone. Spüren Sie bewusst Geschmack, Textur und Sättigung, um die Verbindung zum Essen wiederherzustellen und automatisch entspannter zu werden.

  • Planen Sie regelmässige Essenspausen ohne Gedanken ans Essen ein

Verbringen Sie Zeit mit anderen Aktivitäten, bei denen Essen keine Rolle spielt, zum Beispiel Spazierengehen oder einem Hobby nachgehen. So vermeiden Sie, sich ständig mit Nahrung zu beschäftigen.

  • Geniessen Sie Ihre Mahlzeiten ohne Perfektionismus

Nehmen Sie sich Zeit für die Zubereitung und das Essen Ihrer Gerichte, aber verzichten Sie auf den Anspruch, perfekte Zutaten oder eine perfekte Zubereitung zu verwenden. Konzentrieren Sie sich auf den Geschmack und das Wohlgefühl, nicht auf das „richtige” Essen.

  • Setzen Sie sich realistische Ziele

Erwarten Sie nicht, dass sich sofort alles ändert. Kleine Schritte, wie das Ausprobieren eines neuen Lebensmittels, sind wertvoll und festigen Ihr Vertrauen in ein flexibleres Essverhalten.

  • Nutzen Sie besondere Anlässe bewusst

Bei Feiern, Ausflügen oder im Urlaub dürfen Sie ohne Gewissensbisse alle Speisen probieren. So lernen Sie, Essen als Genuss und Teil des Lebens zu sehen und nicht nur als Pflicht.

  • Reduzieren Sie die Zeit, die Sie mit der Recherche von Lebensmitteln verbringen

Legen Sie ein Zeitlimit für das Lesen von Nährwerttabellen fest. Wenn Sie nicht mehr stundenlang überprüfen, befreit das Ihren Geist und verhindert, dass die Essensauswahl zur Obsession wird.

  • Reflektieren Sie Ihre Einstellung zu Ernährung und Gesundheit

Fragen Sie sich, warum Sie bestimmte Lebensmittel als „gefährlich” ansehen. Das hilft dabei, unrealistische Vorstellungen abzubauen und eine gelassenere Einstellung gegenüber der Ernährung zu entwickeln.

editorial.facts

  • Orthorexie tritt besonders häufig bei jungen Frauen auf, die grossen Wert auf gesunde Ernährung und Fitness legen. Auch Personen in Berufen wie Sportlern oder Ernährungsfachleuten sind oft betroffen. Zudem können Kinder unbewusst ähnliche Essgewohnheiten entwickeln, wenn sie in einem sehr gesundheitsbewussten Umfeld aufwachsen.
  • Der Begriff „Orthorexia nervosa“ wurde 1997 vom amerikanischen Arzt Steven Bratman geprägt. „Ortho“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „richtig“ oder „korrekt“.
  • Im Gegensatz zu Anorexie oder Bulimie geht es bei Orthorexie weniger um Körpergewicht oder Aussehen, sondern um die Fixierung auf „reines“ oder „gesundes“ Essen. Trotz Fokus auf „gesundes Essen“ kann Orthorexie zu Nährstoffmängeln, Untergewicht und gesundheitlichen Problemen führen – vor allem, weil ganze Lebensmittelgruppen gemieden werden.