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Koronare Herzkrankheit

10 Tipps für ein starkes Herz

Die koronare Herzkrankheit beginnt oft schleichend: Ablagerungen in den Herzkranzgefässen bleiben häufig lange Zeit unbemerkt. Das bedeutet aber auch, dass sich viele Risiken durch bewusstes Handeln beeinflussen lassen – von der Ernährung und Bewegung über das Stressmanagement bis hin zu regelmässigen Kontrollen beim Arzt. Doch welche Wege wollen Sie zuerst entdecken?
  • Setzen Sie auf eine mediterrane Ernährung

Essen Sie mehr Gemüse, weniger tierische Fette sowie Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte und öfter Fisch. Diese Ernährungsweise reduziert mehrere Risikofaktoren gleichzeitig. Die mediterrane Küche kombiniert Nährstoffe, die sich positiv auf Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin auswirken. 

  • Meiden Sie gesättigte Fette, Transfette, stark verarbeitete Lebensmittel und zu viel Zucker

Diese Produkte fördern ungünstige Cholesterinwerte, Übergewicht und Entzündungen. Kochen Sie frisch, lesen Sie Zutatenlisten (achten Sie auf „Vollkorn“) und vermeiden Sie Fertigprodukte mit hohem Zucker-, Salz- oder Transfettgehalt.

  • Ölwahl und Erhitzung – kleine Nuancen mit Wirkung

Bevorzugen Sie für die warme und kalte Küche natives Olivenöl extra, da es Polyphenole enthält. Lein- oder Hanföl eignen sich für kalte Speisen. Studien nennen auch Rapsöl als vorteilhaft bei hohen Temperaturen. Achten Sie bei der Zubereitung auf temperaturstabile Öle und vermeiden Sie wiederholtes starkes Erhitzen.

  • Fisch und Omega-3: Lieber aus der Küche als aus der Kapsel

Fettreiche Seefische wie Lachs, Makrele oder Hering liefern Omega-3-Fettsäuren. Es wird empfohlen, zwei Portionen Fisch pro Woche zu essen. Studien zeigen jedoch, dass Omega-3-Nahrungsergänzungen keinen klaren Nutzen bringen und in manchen Fällen das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen können.

  • Rauchen aufgeben – ein zentraler Schritt

Rauchen erhöht das LDL-Cholesterin, fördert Gefässentzündungen, verengt die Herzkranzgefässe und steigert das Risiko für Herzinfarkt und andere Erkrankungen. Versuchen Sie deshalb, mit dem Rauchen aufzuhören, und holen Sie sich Hilfe (z. B. Programme, Nikotinersatz). 

  • Bewegen Sie sich regelmässig

Körperliche Aktivität verbessert die Fitness, die Belastbarkeit und die Stimmung. Allgemeine Empfehlungen reichen von mindestens zwei Stunden moderatem Ausdauertraining pro Woche bis zu vier- bis fünfmal 30 Minuten. 

  • Salz und Flüssigkeit – bewusst dosieren

Reduzieren Sie Ihren Salzkonsum, da Salz den Blutdruck beeinflussen kann. Würzen Sie stattdessen mit Kräutern. Trinken Sie hauptsächlich Wasser oder ungesüsste Tees.

  • Trainingsbeginn nach Ereignissen oder Eingriffen

Bei stabiler Situation können Herzpatienten früh mobilisiert werden, oft schon wenige Tage nach einem Herzinfarkt oder koronaren Interventionen (z. B. ca. 4 Tage nach PTCA oder 24-48 Stunden nach Bypassbeginn der Frühmobilisation). Den konkreten Start und die Belastungsgrenzen sollten Sie trotzdem immer mit dem behandelnden Team abklären.

  • Krafttraining gezielt und sicher einbauen

Muskelaufbau hilft beim Energiestoffwechsel und beim Halten des Gewichts. Vermeiden Sie Pressatmung (Valsalva-Manöver) und halten Sie zwischen den Wiederholungen Entspannungsphasen ein. Sanfte Übungen (z. B. Wand-Liegestütze, isometrisches Pressen der Hände) sind ein guter Einstieg.

  • Bedeutung des Körpergewichts realistisch einschätzen

Ein BMI von 25-30 (leichtes Übergewicht) erhöht das Risiko nicht eindeutig, während Adipositas (BMI > 30) häufiger mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verknüpft ist. Für Normal- bis leicht Übergewichtige steht die Vermeidung von Gewichtszunahme im Vordergrund.

editorial.facts

  • Die KHK entsteht, wenn sich in den Herzkranzgefässen Ablagerungen ansammeln. Diese verengen den Gefässinnenraum und schränken somit die Versorgung des Herzmuskels mit Blut und Sauerstoff ein.
  • Erst wenn der Gefässdurchmesser deutlich reduziert ist (häufig ab einer Verengung von rund 70 %), treten bei vielen Betroffenen die typischen Beschwerden auf. Vorher verläuft die Erkrankung oft unbemerkt.
  • Die Häufigkeit der KHK steigt mit dem Alter stark an. Während nur wenige Prozent der 40- bis 49-Jährigen betroffen sind, weist bei den 70- bis 79-Jährigen bereits jede fünfte Person KHK-typische Befunde auf. Männer sind etwas häufiger betroffen.
  • Die Leistung des Herzens ist enorm: Es schlägt täglich etwa 100'000-mal und pumpt dabei mehrere Tausend Liter Blut (im Ruhezustand etwa 6'000-9'000 Liter), unter Belastung sogar deutlich mehr. Daher wirken sich Durchblutungsstörungen schnell auf die Leistungsfähigkeit aus.