Wunschliste

Herzrasen

10 Massnahmen gegen stille Risiken

Ein plötzliches Herzklopfen kann die Welt innerhalb weniger Sekunden verändern: Der Puls rast, die Gedanken kreisen und die Kontrolle scheint zu entgleiten. Manchmal sind Stress, zu viel Kaffee oder Aufregung die Auslöser, manchmal stecken jedoch auch körperliche Ursachen dahinter, die Aufmerksamkeit erfordern. Doch wie erkennt man in diesem Durcheinander, wann Ruhe genügt und wann sofortiges Handeln nötig ist?
  • Harmlosere Auslöser erkennen

Nicht jedes schnelle Schlagen ist gefährlich: Angst, freudige Erregung oder körperliche Anstrengung können ganz normal Herzrasen auslösen. Es fühlt sich oft wie starkes Herzklopfen an und kann bis in den Hals spürbar sein. Wenn ein klarer Auslöser vorliegt und die Episode rasch abklingt, ist das meist unbedenklich.

  • Regelmässig den Puls kontrollieren

Messen Sie Ihre Pulswerte regelmässig, zum Beispiel mit einem Blutdruckmessgerät, um einen dauerhaft erhöhten Herzschlag frühzeitig zu erkennen. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Wert – das hilft später bei Gesprächen mit Ärzten.

  • Sofortmassnahme: Hinsetzen und bewusst atmen

Tritt Herzrasen durch Stress oder Angst auf, setzen Sie sich ruhig hin und atmen Sie bewusst tief ein und aus. Ruhiges Atmen kann die Symptomatik oft rasch mildern und verschafft Ihnen Zeit, um über weitere Massnahmen nachzudenken.

  • Kaltes, kohlensäurehaltiges Getränk und Aufstossen

Trinken Sie schnell ein kaltes, kohlensäurehaltiges Getränk und stossen Sie anschliessend auf. Der dadurch kurzfristig erhöhte Druck im Brustraum kann ähnlich wie das Valsalva-Manöver wirken und das Herz beruhigen.

  • Karotissinus-Massage (vorsichtig anwenden)

Massieren Sie den Karotissinus an der Stelle, wo man den Halsschlag spürt, leicht mit Zeige- und Mittelfinger. Die Stimulation kann die Herzfrequenz senken. Da dabei auch der Blutdruck sinken kann, sollten Sie diese Technik nur im Liegen oder Sitzen durchführen und nicht bei bekannten Gefässverengungen im Hals anwenden.

  • Valsalva-Manöver Schritt für Schritt

Halten Sie die Nase zu, schliessen Sie den Mund und pressen Sie, als wollten Sie ausatmen, ohne Luft entweichen zu lassen – und das mehrere Sekunden lang. Durch den Anstieg des Drucks im Brustkorb kann sich die Herzfrequenz vorübergehend verlangsamen. Üben Sie das Manöver vorsichtig und nur, wenn Sie sich dabei sicher fühlen.

  • Langfristig: Stressabbau einplanen

Regelmässiger Stressabbau reduziert die Wahrscheinlichkeit von stressbedingten Episoden. Praktische Methoden sind Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Autogenes Training – suchen Sie sich eine Technik, die Sie dauerhaft in Ihren Alltag integrieren können.

  • Vermeiden Sie Koffein und Nikotin bei häufigen Episoden

Leiden Sie öfter unter Herzrasen, verzichten Sie auf Kaffee, koffeinhaltige Getränke und Zigaretten. Koffein und Nikotin steigern den Herzschlag und den Blutdruck und können Episoden begünstigen. Beobachten Sie, ob sich die Häufigkeit oder Schwere der Episoden nach dem Verzicht verringert.

  • Senken Sie die Körpertemperatur bei akuten Episoden

Kühlen Sie das Gesicht, um den Puls zu verlangsamen. Tauchen Sie das Gesicht bei angehaltenem Atem für einige Sekunden in sehr kaltes Wasser oder spritzen Sie sich kaltes Wasser ins Gesicht. Je niedriger die Körpertemperatur, desto langsamer schlägt das Herz – diese Massnahme kann akute Situationen lindern.

  • Notfallindikatoren: Sofort ärztliche Hilfe rufen

Rufen Sie den Notarzt, wenn das Herzrasen nicht von selbst verschwindet oder die empfohlenen Sofortmassnahmen nicht helfen, insbesondere bei Atemnot, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust, starken Brustschmerzen oder ausgeprägter Angst. In solchen Fällen kann eine schnelle medizinische Versorgung lebenswichtig sein.

editorial.facts

  • Im Ruhemodus schlägt das Herz von Erwachsenen typischerweise mit etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Deutlich darüber liegende Werte gelten nicht als Normalbefund.
  • Kinder haben von Natur aus einen schnelleren Puls. Bei Kleinkindern sind 100 Schläge pro Minute oft unbedenklich und müssen nicht automatisch Anlass zur Sorge geben.
  • Bei Erwachsenen spricht man ab etwa 100 Schlägen pro Minute von einem beschleunigten Herzschlag. Wird eine Frequenz von ungefähr 150 Schlägen pro Minute erreicht, handelt es sich in der Regel um eine ausgeprägte Form.